• Amrum


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    Eine eigenwillige Insel

    Christian Johansen

    »Unsere Frühgeschichte ist dunkel wie die Nacht«, schrieb einst ein kundiger Norddorfer. Während die anderen Inseln viel früher in der Geschichte auftauchen, findet sich Amrum erst 1231 im sog. »Erdbuch« des dänischen Königs Waldemar II. erwähnt. »Ein Zeichen für die Isolation«, schreibt Georg Quedens in ‚Amrum – Aus alter Zeit‚, »für die Bedeutungslosigkeit der Insel.« Die „Anderen“, das sind vor allem Föhr und Sylt, die unmittelbaren Nachbarn.

    Der Name leitet sich vermutlich von „Am Rem“ ab, das soviel bedeutet wie »sandiger Rand«. Dies bezieht sich morphologisch auf den der Insel Amrum im Westen vorgelagerten Kniepsand. Eine andere Theorie geht davon aus, dass die Insel ihren Namen von den einst hier siedelnden Ambronen hat. Im oben genanten Erdbuch wird sie als „Ambrum“ erwähnt.

    Wittdün Norddorf Nebel
    Die Fähren der W.D.R. (erste Irritation des Kölners ???) verkehren in unserem Fall von Dagebüll – Wyk auf Föhr – nach Wittdün/Amrum. Wenn man mit der Bahn anreist, steigt man in Niebüll aus, dort, wo man auch auf den Autozug nach Westerland/Sylt auffahren kann, und lässt sich mit der „Neg-Bahn“ nach Dagebüll an die Mole zum Schiff bringen. Diese Kleinbahn, die heute gar keine mehr ist, gibt es schon seit 1895. Und als ich als Kind nach Wyk zur Erholung geschickt wurde, hörte ich von einer „rasenden Emma“ erzählen.

    Nach dem Anlaufen in Wyk geht es mit der Fähre weiter entlang der Insel Föhr bis zum Südstrand (alter Leuchtturm) und dann zur Südspitze Amrums. So kann man quasi „en passant“ noch ein wenig von Wyks Boulevard „Sandwall“ und dem Sonnenuntergang über dem kleinen Leuchturm mitbekommen.
    Utlande Sandwall Wyk auf Föhr Leuchtturm Wyk auf Föhr
    Hinweisschilder
    Die Dörfer der Insel sind von Süd nach Nord:
    Wittdün, Steenodde, Süddorf, Nebel und Norddorf.
    Die ältesten Orte sind Norddorf und Süddorf (-torp), wobei die Namen wohl früher anders gelautet haben müssen, weil die Bezeichnung „Dorf“ erst relativ spät benutzt und die Inseldörfer eher auf -um (friesisch „-heim“) ausgingen (Beispiel Föhr: Alkersum, Borgsum, Dunsum (Groß- und Klein-!), Midlum, Nieblum mit Goting, Oevenum, Oldsum, Süderende, Utersum mit Hedehusum, Witsum und Wrixum!).
    Was aus den Wegweisern schon abgelesen werden kann: die Insel ist etwa 6 km lang und 2,5 km breit. Amrum besitzt zudem relativ viel Waldanteil.
    Marschweg Hinweis Wegweiser
    Was ist denn „Kniepsand“?
    Ein Wort zum „Kniepsand“ (aus Wikipedia): Der Kniepsand bildet einen scheinbar zu Amrum gehörenden, 15 Kilometer langen und bis zu 1,5 Kilometer breiten Sandstrand, der der gesamten Westküste der Insel vorgelagert ist und unmittelbar in die tatsächlich zur Insel gehörenden Sanddünen übergeht. Dennoch ist der Kniepsand geologisch gesehen kein Teil Amrums. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wird ein Weiterwandern des Kniepsandes um die Nordspitze Amrums, die Amrumer Odde, herum erwartet.
    Gerd Buckan vor dem Kniepsand
    Hinter dem breiten Dünengürtel liegt der Kniepsand an!
    Kniepsand

    Ankommen in Wittdün

    Hier kommt man also heute mit der Fähre an (In früheren Zeiten hatten auch Norddorf und Süddorf ihre Häfen).
    Wittdün ist, anders als die übrigen Orte der Insel, ein relativ junger Ort. Er wurde im Jahr 1890 an einem neuen Fähranleger zum Festland als Urlaubsort gegründet. Hintergrund war die Furcht vieler Amrumer vor dem Verfall der inselfriesischen Kultur durch Badegäste aus dem Süden. So glaubten damals viele Insulaner durch die Konzentration des beginnenden Bädertourismus auf einen Ort im Süden der Insel die einheimischen Dorfgemeinschaften vor „neuen Moden“ und „Luxus“ schützen zu können. Ein erster Antrag eines Kurgastes von Wyk auf Föhr zur Gründung eines Seebades auf Amrum war noch im September 1885 von der Gemeinde Amrum abgelehnt worden, „da man den Verderb der guten hiesigen Sitten durch Badeleute befürchten muss […].“ (aus Wikipedia)
    Blick auf Wittdün
    Am Meer Sanddorn Promenade
    Fähre Norderaue
    Früher gab es eine Inselbahn …
    Die Amrumer Inselbahn war eine Schmalspurbahn mit 900 mm Spurweite, die von 1893 bis 1939 existierte.
    In der maximalen Ausdehnung umfasste das Streckennetz etwa 14 km, nämlich die Strecken Wittdün–Norddorf (Brücke) (12 Kilometer) und Wriakhörn–Wittdün Strand (2 Kilometer). Die Hauptstrecke verband zwei Häfen und wies in Nebel, etwa auf halber Strecke, einen Kopfbahnhof mit Gleisdreieck auf.
    Die Amrumer Inselbahn diente vorrangig dem Transport der Touristen in die Ferienquartiere in Nebel und Norddorf sowie dem Transport zum Norddorfer Hafen (Kniephafen), von dem man einige Jahrzehnte lang per Schiff weiter nach Hörnum (Sylt) reisen konnte. Der in einer Bucht des Kniepsandes gelegene Kniephafen versandete später.
    (aus Wikipedia)
    … heute fährt der Bus.
    Busfahrplan Inselplan Norddorf
    Steenodde … ist heute ein Ortsteil von Nebel mit ca. 70 Einwohnern.
    Steenodde war bereits in prä- und frühhistorischen Zeiten besiedelt. Davon zeugen der Dolmen Steenodde und der 4,7 Meter hohe Esenhugh, der größte bronzezeitliche Grabhügel auf Amrum. Nahe dem Esenhugh liegt ein wikingerzeitliches Gräberfeld mit zahlreichen Kuppen. Aus der Eisen- bzw. Wikingerzeit stammt der 1,8 Kilometer lange Krümwal, ein Erdwall, der von Westen her auf Steenodde zuläuft. 1721 wurde das erste Haus in Steenodde gebaut. Es gehörte anfangs einem Hamburger Austernfischer, wurde später zur Gaststätte „Lustiger Seehund“ und ist heute das älteste Amrumer Wohnhaus. (aus Wikipedia)
    Gemeinde Nebel
    Die Ortsteile Nebel und Süddorf sind durch die Hauptstraße Amrums, die Landesstraße 215, mit den beiden anderen Inselgemeinden verbunden. Die Ortsschild NebelGemeinde Nebel ist mit vier Haltestellen an die einzige, auf der Hauptstraße verkehrende Buslinie der Insel angeschlossen. Steenodde hat jedoch keinen Busanschluss. Bis 1939 gab es in Nebel einen Kopfbahnhof der Amrumer Inselbahn. Ein Hafen mit Mole und einigen Liegeplätzen für kleinere Schiffe befindet sich in Steenodde. (aus Wikipedia)
    Ortsschild Gedenkstein Öömrang (im Deutschen auch Amrumer Friesisch, Amring) ist ein Dialekt der nordfriesischen Sprache, der auf der Insel Amrum im Kreis Nordfriesland gesprochen wird. Zusammen mit dem Dialekt Fering auf der benachbarten Insel Föhr bildet das Öömrang einen der zehn Hauptdialekte der nordfriesischen Sprache, dabei gehört es zum inselfriesischen Zweig. Öömrang wird von etwa 600 Personen gesprochen. Alle Öömrang-Sprecher sind mindestens zweisprachig, das heißt, sie beherrschen zumindest auch Hochdeutsch. Öömrang bezieht sich auf die friesische Bezeichnung für Amrum, Oomram. (aus Wikipedia)

    Sankt-Clemens-Kirche

    Sankt-Clemens-Kirche NebelZwischen den alten Dörfern Norddorp und Suder baute man vermutlich Anfang des 12. Jh. die Sankt-Clemens-Kirche auf freiem Feld. Im Laufe der Jahre bildete sich der Ort Nebel um sie herum. Später wurde auch das Pastorat von Norddorf nach hier verlegt.

    Es wird erzählt, dass ein Schiffer aus Holland eine Luther-Übersetzung der Bibel mitbrachte, worauf der katholische Priester des Seemanns einsames Haus in der Marsch anzündete. Dummerweise ließ er sein Feuerwerkzeug am Ort liegen und wurde überführt.

    Aus heutiger Sicht auch eher lustig: Angesichts der Botschaft, dass sich die Lehre Luthers in Mitteldeutschland durchgesetzt habe, reiste ein Mönch aus Nieblum auf Föhr nach Amrum, um die Gläubigen dort bei der Stange zu halten. Sankt-Clemens unterstand offensichtlich der Sankt-Johannes in Nieblum. Der Mönch untermauerte sein Anliegen mit den Worten, sollte die katholische Religion nicht die wahre und rechte sein, wolle er nicht lebendig nach Hause kommen! Er erreichte die Insel Föhr ohne Schaden und ritt weiter nach Nieblum. Auf dem Weg dorthin scheute sein Pferd, er stürzte auf die Straße und brach sich das Genick! Die Reformation war nach diesem „Zeichen“ kein Problem mehr auf Amrum.

    Die „erzählenden Steine“
    Auf dem Friedhof um die Sankt-Clemens-Kirche gibt es eine Sammlung alter Grabsteine, um die sich viele Geschichten der Amrumer aus alter Zeit ranken: Erzählende Grabsteine

    Die Interessanteste Geschichte ist wohl die des Oluf Jensen. Sein Schiff „Hoffnung“.wurde bei den Scilly-Inseln von Piraten gekapert, sein Sohn Harck Olufs und Neffe Harck Nickelsen wurden von den Türken auf dem Markt in Algier als Sklaven verkauft. Jeden Tag ging Jensen zu einer Düne und hielt nach seinem Sohn Ausschau. Nach 10 Jahren zahle er unter Vermittlung eines Hamburger Kaufmanns ein Lösegeld, um seinen Sohn freizukaufen. Doch es kam zu einer Namensverwechslung und ein Bremer Seemann wurde an Stelle seines Sohnes freigelassen. Sein Sohn hatte indessen als Sklave eine erstaunliche Karriere gemacht und wurde vom Bey von Constantin nach 12 Jahren freigelassen.

    Zwischen Nebel und Norddorf

    Will man zur Post oder sonntags in die Kirche, muss der Norddorfer nach Nebel fahren. Oder den schönen lanwirtschaftlichen Weg paralell der Landstraße durch die Wiesen der Ostseite nehmen (Hoofstich/Waasterstigh). Von Ortsmitte zu Ortsmitte etwa 4 km lang. Im Herbst ist das natürlich öfter mal nur „gut eingepackt“ wirklich schön.

    Nonnengänse … oder Weißwangengänse kommen aus Alaska, Kanada, Grönland, Sibirien, Island, Spizbergen usw. und rasten bzw. überwintern hier im Wattenmeer. Interessanterweise gehört die Weißwangengans (Branta leucopsis) zur Familie der Entenvögel. Wikipedia)
    Auf dem Weg zwischen Nebel und Norddorf kann man die scheuen, aber gewätzigen Vögel antreffen.

    Norddorf


    Norddorf ist und war immer der Hauptort, auch wenn sich Vieles in die Mitte nach Nebel verlagert hat, doch Nebel ist klein. In Wikipedia steht: »Norddorf ist zusammen mit Süddorf das älteste der Amrumer Dörfer. … Der Kniephafen konnte auch von größeren Schiffen angelaufen werden und diente vor allem dem Schiffsverkehr nach Hörnum auf Sylt. «

    Wie oben angezeigt, ist der Weg durch die Dünen zum Strand hier über einen km weit weg. Aber die Norddorfer haben sich etwas zum Dünenschutz einfallen lassen und über die gesamte Strecke einen Weg aus Holzbrettern verlegt. Zwischendurch geht es in leichten Stufen hoch und runter. In regelmäßigen Abständen stehen Bänke zum Ausruhen oder Verweilen. Ein Bohlenweg zweigt zur Aussichtsdüne ab. Am Ende steht die »Himmelsleiter« zum Stran hinuter.
    Tourismusabgabesatzung Norddorf
    Satzung
    über die Erhebung einer Tourismusabgabe in der Gemeinde Norddorf auf Amrum vom 12.10.2019

    Aufgrund des § 4 der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein und der §§ 1, 2 und 10 des Kommunalabgabengesetzes des Landes Schleswig-Holstein (KAG) wird nach Beschlussfassung durch die Gemeindevertretung vom 24.09.2019 folgende Satzung über die Erhebung einer Tourismusabgabe in der Gemeinde Norddorf auf Amrum erlassen:

    § 1
    Allgemeine Erhebungsvoraussetzungen
    Die Gemeinde Norddorf auf Amrum erhebt aufgrund ihrer Anerkennung als Kurort eine Tourismusabgabe gemäß § 10 Absatz 6 KAG als Gegenleistung für besondere Vorteile aus der gemeindlichen Tourismusförderung. Die Abgabe dient zur Deckung eines Anteils von 70% vom gemeindlichen Aufwand für die Tourismuswerbung.

    und so weiter …
    Auf Wiedersehen Amrum!

     

  • Algarve

     

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    Sonne, Wind und Felsen

    KARTE 
    In der Regel kommen die sonnenhungrigen Besucher in Faro an und werden – wenn sie sich nicht einen Mietwagen nehmen – per Tranfer zu ihrem Hotel gefahren.
    Grob gesagt, geht es von Faro in Richrung Osten zur „Sandalgarve“ (warme, sonnige Sandstrände) und Richtung Westen zur „Fels-Algave“ (steile Felsen, windig, aber mit atemberaubenden Buchten). Auch vom westlichsten Punkt Europas (Sagres) gibt es an der felsigen Atlantikküste nordwärts wunderbare Buchten. Doch wir fahren zuerst zu unserem Home »Colina da Lapa«.
    Die Anlage liegt nahe dem Ort »Cavoeiro«, ziemlich in der Mitte der Algarve, grob dort, wo der Rio Arade in einem Delta in den Atlantik mündet. Hier haben sich auch deutsche Residenten einen Namen gemacht.
    Über »Ferragudo«, das direkt an der Mündung liegt, fahren wir zu einer größeren Hängebrücke, um auf die andere Seite des Flusses nach Portimão zu gelangen, die nächste größere Stadt. In Portimão bereiten sich auch deutsche Fußballmannschaften auf die nächste Saison vor (der 1. FC Köln war nach uns dort).

    Portimão
    Die Ursprünge menschlicher Besiedlung im Kreisgebiet gehen bis auf die Jungsteinzeit zurück. Auch aus der Zeit der römischen Bewohner sind eine Vielzahl Spuren erhalten geblieben, darunter Gefäße, Münzen und Gebäudereste. Die Araber hinterließen insbesondere botanische und architektonische Spuren, darunter zu heutigen Kapellen umfunktionierte Gebäude oder markante Schornsteine im Häuserbau. Nach Abschluss der Reconquista wurde der Ort als Vila Nova de Portimão erst im 15. Jahrhundert unter König D.Afonso V. wieder nennenswert bevölkert. Im Zuge der aufkommenden Portugiesischen Entdeckungsreisen nahm die Bedeutung des Hafenortes zu. Nach den Zerstörungen, die der Ort beim Erdbeben von Lissabon 1755 erlitt, erholte sich Portimão nur langsam. Erst im 19. Jahrhundert, mit der Entwicklung der Nahrungsmittelindustrie (insbesondere Konservenfabriken, Trockenfrüchte und Fischerei und Weiterverarbeitung der Fänge), erhielt der Ort einen wesentlichen Entwicklungsschub. 1924 wurde Portimão zur Stadt (Cidade) erhoben, durch Staatspräsident Manuel Teixeira Gomes, der selbst aus Portimão stammte. aus Wikipedia!

    Silves
    Fahren wir den »Rio Arade« hinauf ins Landesinnere, erreichen wir die alte Festungsstadt »Silves«, in der wir noch eine mittelalterliche Brücke überqueren. Silves liegt an einem Hang, über dem die stattlichen (sehr gut restaurierten!) Ruinen der Burg thronen. So stärken wir uns erst einmal mit einem Kaffee in einem der typischen Straßencafés hier, bevor wir uns auf den Weg nach oben machen!
    Unter den Römern wuchs die Siedlung zu einer bedeutenden Stadt, obwohl sie keinen Hafen hatte, sondern am Rande der Serra de Monchique lag. Ob die Zisterne, Vorratsgruben und die Stadtmauer auf die römische Zeit zurückgehen, ist unklar. Ebenso unklar ist, ob die alte Brücke ein römischer oder westgotischer Bau, oder ob sie noch jüngeren Datums ist. Mehrere Inschriften, dazu Keramik und das Straßennetz stammen in jedem Falle aus römischer Zeit. Ende des 5. Jahrhunderts fiel die Algarve an das Westgotenreich. Sie fiel auch während der Expansionsphase unter Kaiser Justinian I., im Gegensatz zu Südspanien, nicht an das Oströmische Reich. (aus Wikipedia)

    Anstelle der früheren Moschee wurde 1189 mit dem Bau der dreischiffigen Kathedrale Sé begonnen, deren Bau 1242 fortgeführt und durch das Erdbeben 1755 fast vollständig vernichtet wurde. Er wurde im gotischen Stil wieder aufgebaut, erfuhr aber infolge der häufigen Wiederaufbau- und Restaurierungsarbeiten, die die Erdbeben nötig machten, einige Änderungen.

    Einige der Kreuzritter, die bei der Eroberung Silves gefallen waren, wurden in der Kathedrale bestattet. Die Capela de Nossa Senhora dos Mártires in der Unterstadt soll von König Sancho I. eigens für diesen Zweck erbaut worden sein. Der Dom von Silves beherbergt außerdem das Grab von Dom João II., der 1495 in Alvor starb sowie die Sarkophage der Bischöfe von Silves. Infolge des Erdbebens soll sich allein das manuelinische Portal aus dieser Zeit erhalten haben.
    Vor dem Castelo dos Mouros, das mit seinem roten Sandstein nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, sondern den wichtigsten Anziehungspunkt darstellt, steht eine massive Bronzeplastik von König Sancho I.. Ein Schacht führt in eine von den Römern und später von den Mauren ausgebeutete Kupfermine. Daneben sind die maurischen Zisternen, die von vier bis sieben Meter hohen Bögen umgeben sind und denen in Cáceres und Palästina ähneln, sehenswert. Die Porta de Loulé wurde als Teil der almohadischen Stadtmauer restauriert.
    (aus Wikipedia)
  • Spiekeroog


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    Wieder mal Spiekeroog – 2014


    [Alte Kirche] [Häuser] [Altes Haus] [Utkicker] [Aussicht] [Johanne] [Kapdüne] [Kath.Kirche] [West] [Inselvilla]
    [Ost] [Neue Kirche] [Post]

    Bilder & Geschichten
    von der »kleinen« und »feinen« Insel!

    Spiekeroog,
    man könnte jetzt auch denken: … von der „extravaganten“ oder „eingebildeten“ Insel, doch wer will sowas schon laut schreiben! Ganz falsch ist es aber auch nicht. Beispielsweise erreicht man die Hausverwalter oder gar Wohnungsvermieter auf Spiekeroog telefonisch niemals direkt! Alle haben permanent einen Anrufbeantworter laufen und melden sich auf keinen Fall sofort zurück. Selbst eine Vertretung von der Vertretung nicht. Natürlich erscheint am Folgetag doch jemand und erfüllt fast alle Wünsche der „Inselgäste“ ( Dieser komischen Sorte Mensch, welche aus ihren schönen Wohngegenden, aus ihren komfortablen Häusern und weg von ihren freundlichen Nachbarn hierher nach Ostfriesland ans Meer flüchten! Warum nur? Etwa, um hier das sauer verdiente Geld los zu werden? ). Oder haben die Insulaner einfach nur Angst, sich mit dem“Nordrhein-Randalen-Ebola“ zu infizieren? Man weiß es nicht.

    Jedenfalls ist die Luft, die Gegend und die Wohnung wieder einmal sehr, sehr schön, so, wie der Preis es ja schon vermuten ließ.

    Alles beginnt in Neuharlingersiel



    Noch ist der Gepäckanhänger (unten links) leer, obwohl es gleich los gehen soll. Aber man hat sich inzwischen nicht nur an die jodhaltige Nordseeluft gewöhnt! Fahrt und Kofferservice wurden schon vor Wochen gebucht und bezahlt, dennoch findet man sich in einer Schlange stehend vor zwei geschlossenen Schaltern wieder: „ Die Fahrkartenausgabe öffnet 1 Stunde vor Abfahrt der Schiffe. „, steht dort. Jeder muss, trotz Vorbuchung, seine richtige Fahrkarte noch einmal am Schalter abholen. Für meine Koffer, die ich an den Containern vorbei zum Schalter geschleppt habe, bekomme ich Banderolen, die ich am jeweiligen Koffer befestigen muss. Nun darf ich das Gepäck doch noch in die Container hineinwuchten. „Haben sie auch wirklich eine Banderole am Koffer?“, fragt zweifeld der »Oberkofferaufseher« von der anderen Seite, ohne selbst nachsehen zu kommen. Joooh, hab‘ ich! Sach ich.

    Jetzt freue ich mich, denn 30 Minuten vor Abfahrt darf man auf das Schiff. Habe ich gelesen. Beim Warten am Schalter. Steht gleich neben dem Schalter auf einem großen Schild. Zur Abfahrtszeit steht die Menge Menschen jedoch immer noch im Wind vor dem Schiff und wartet und friert, wartet darauf, dass die Ampel an der Fähre (für Kenner: oben rechts bei der Brücke!) von Rot auf Grün springt. Aber: das Gepäck ist noch nicht vollständig an Bord. Die Zugvögel sind derweil längst über Spiekeroog hinweg gezogen (oben Mitte) und der Fischkutter, der im malerischen Abendrot Neuharlingersiel verläßt (oben rechts), wird auch schon längst an der Insel zu seinen Fischgründen vorbeigezogen sein. Hier schiebt noch ein schicker grüner „Spiekeroog-Unimog“ zwei Anhänger rückwärts auf die Fähre. Das will gelernt sein! – Dann laufen die Leute plötzlich „in Horde“ los, denn die Sitzplätze unten im Bauch der Fähre sind begrenzt. Die Schiffsampel steht immer noch auf Rot! Und der Grog, den es dort unten in der kleinen Verkaufsstelle gibt, ist wirklich lauwarm …

    Doch nun sind wir auf der Insel, die Sonne scheint, es ist saukalt, und das ist auch gut so. So wollen wir es ja haben im November hier oben an der See. Die schöne Unbekannte (oben) gleich vorne am Rathaus sieht doch verdammt gut und ‚unnahbar‘ aus. Typisch Spiekeroog, denke ich.
    Und im Rathaus auf’n Flur steht gleich noch einer mit staatmännischer Mine: Johannes Rau. Jawohl, unser „Bruder Johannes“ aus NRW! Ob die den hier verehren, weil er die größte zahlende Truppe Kurgäste befehligte?

    Nein, nein, das ist ganz anders. Rau, NRW-Politiker, langjähriger Ministerpräsident und später auch Bundespräsident, hat hier auf Spiekeroog in der Inselkirche geheiratet (in der neuen großen, denn die alte schöne war dafür zu klein, wie man liest), er hat hier seine Kinder taufen lassen und die Familie seiner Frau besitzt auf der Insel ein schönes Haus. Alles Grund genug, Johannes Rau zum Ehrenbürger von Spiekeroog zu machen und ihn auf einen Sockel vor die Tür zu setzen, oder besser: zu stellen.

    Star unter den Hotels hier auf der Insel ist für mich immer noch das Haus „Zur Linde“, weil mit einer imposanten Linde fast direkt vor der Eingangstür. Am ersten Abend wollten wir dort essen gehen, um unsere Ankunft ein wenig feierlich zu beginnen und weil wir ja noch nichts eingekauft hatten und , doch im Haus wurde ‚Karoke‘ oder ähnliches gesungen und wir hätten vorher reservieren und mit mitsingen müssen. Am ersten Morgen gehen wir auch immer gut frühstücken, ehe es dann wirklich zum Einkaufen geht. Doch siehe da: die Linde hatte Ruhetag. Na, dann mal eben den Kurbeitrag einzahlen: auch hier Fehlanzeige, die Kurverwaltung war auf Betriebsausflug! Das Bad ist zu der Zeit sowieso nur an drei Tagen offen. Also musste ich mein Geld noch etwas behalten.
    Fahrräder sind auf Spiekeroog unerwünscht. Das liegt an den kurzen Wegen und an der gegenseitigen Belästigung im sommerlichen Vollbetrieb. Aber eindeutig mag man sich auch nicht (mehr) dazu äußern. Auf der Seite Spiekeroog.de steht:
    „Auf Spiekeroog gibt es keine Möglichkeit, ein Fahrrad zu mieten. Die Wege auf Spiekeroog sind so kurz, dass man eigentlich kein Fahrrad benötigt, das Straßennetz ist für Fahrräder auch nur begrenzt ausgelegt.
    Die Einheimischen gehen damit aber ganz cool um, wie man unten sieht.

    Die alte Inselkirche!

    Diese schöne alte und kleine Inselkirche soll die älteste noch bestehende Kirche an der ganzen friesischen Küste sein! Sie wurde 1696 gebaut. Der Opferstock scheint noch älter zu sein, wie die Jahreszahl „1676“ ausweist. Wir hatten das Glück, einen Gottesdienst in der nur 100 Sitzplätze umfassenden Kirche mitzufeiern: ein Jugendchor bereicherte den Gottesdienst und der Pastor predigte über eine Umfrage, was wir wohl in einen Koffer für die letzte Reise packen würden. Diese kleine alte Inselkirche, vollbesetzt und nur im Winter oder bei besonderen Anässen genutzt, war ein Erlebnis!
    Es gibt eine Seite mit einem „Rundblick“ durch die Kirche und die beiden anderen auf Spiekeroog:
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    Feine Häuser

    Das »alte Inselhaus«!

    Das alte Inselhaus liegt im alten Zentrum der Insel und wurde um 1705 erbaut. Es ist ein »Schwimmdachhaus«! Jetzt werden sie fragen: „Was ist den das?“. Das ist etwas ganz besonderes: Wenn die Insel überflutet und das Haus mit seinen Bewohnern vom Hochwasser bedroht wird, kann das Dach wie ein Boot abheben und schwimmen! Die Menschen können sich im Dachboden wie weiland Noah in einer Art Arche retten.
    Übrigens:
    die alte Inselkirche besitzt ebenfalls ein »Schwimmdach«!

    »De Utkieker«!

       
    Auf einer 18m hohen Düne steht der „Ausgucker“ und schaut, bei bester Sicht, bis nach Helgoland … Aber er soll eigentlich auf die Insel aufpassen! Zumindest können die Insulaner und Touristen die Aussichtsdüne nicht verfehlen! Die umstrittene Skuptur gefällt mir. Sie wurde von dem freischaffenden Kölner(!) Bildhauer Hannes Helmke gestaltet.
    Seit 2007 steht er da, in Bronze und von den Möwen bekleckert, was sich in den Dünen wohl nicht vermeiden läßt.
     
     

    Die Aussichtsdüne

       
    Das ist der Aufgang zur Aussichstdüne, 18m hoch. Das ist beträchtlich, weil die höchste Düne Ostfrieslands 24,5m hoch ist. Von hier aus hat man vielfältige Aussichten: auf die Fahrrinne der Nordsee mit den ganz dicken Pötten, auf die Nachbarinsel Wangerooge (der Turm ist die Jugendherberge) und auf den Hafen. Die Düne heißt übringens »Kohhuckdüne«, was einfach nur Kuhstall bedeutet.
       
       
       

    Untergang der »Johanne«

    Remmers Oltmanns Janssen war Vormann des Rettungsbootes von Spiekeroog. Das Rettungswesen wurde aufgebaut, nachdem die Spiekerooger 1854 zusehen mussten, wie die „Johanne“ – auf ihrer Jungfernfahrt mit Auswanderern nach New York – in schwerer See vor der Insel kenterte und sank. Überlebende konnten erst bei Ebbe aus der eisigen See gerettet werden, weil es kein Boot gab. Dies führte später zur Gründung der »Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)«, für die überall Spenden gesammelt werden (Bestimmt kennen sie das kleine Schiff, in das man Geld einwerfen kann).
    Damals kamen 77 Menschen ums Leben. Sie wurden am Ortsrand der Insel beigesetzt.

    Mehr auf Wikipedia.

    Pragmatisch!

       
    Ein Seezeichen heißt auf Friesisch »Kap«. Und die Düne, auf der ein Seezeichen steht, könnte »Kap-Düne« oder »Kapdüne« heißen. Und im Ort könnte eine Straße »Kapdünenweg« heißen.
    Auf Spiekeroog ist das tatsächlich so, dort gibt es diese Straße. Nun verhielt es sich aber so, dass die einen meinten, es würde richtig »Kaap« heißen, die anderen wollten aber bei »Kap« bleiben. Was also tun?
    Die Friesen-Lösung: Auf der einen Seite des Weges heißt die Straße »Kapdünenweg« (oben), auf der anderen Seite heißt sie eben (unten) » Kaap dünenweg“!
    Wo ist das Problem!
       
       

    Die katholische Inselkirche – ein Wahrzeichen!

    Die wenigen nach der Reformation in Esens wohnenden Katholiken wurden sporadisch durch Meppener Jesuiten, später durch Aschendorfer Franziskaner betreut. Am 1. 4. 1959 wurde die Insel Spiekeroog in den Seelsorgebezirk einbezogen.
    Adresse: St. Peter, Up de Höcht 7
    Erbaut 1970 (Architekten Rau und Bunsmann, Hamburg). Renovierung 1980-1983. – Polygonaler zeltartiger Zentralbau, dessen Wände außen mit Metallplatten, innen mit Holz verkleidet sind. 250 Sitzplätze. (aus Handbuch Bistum Osnabrück)
       

    Die Westseite der Insel

       
    Was im Osten angeschwemmt wird (Osterplate), bricht hier im Westen weg. Das Wetter kommt überwiegend von West! Sturmfluten besorgen ihr Handwerk. Den Abbruch und das Wegschwemmen des Strandes sollen Mauern und Buhnen – die in das Wasser hinaus gegen die Strömung gebaut werden – verhindern. Die wuchtige Mauer hier hat auf der Insel den Namen »Hessenmauer«, weil die Arbeiter überwiegend aus Hessen kamen.
    Links unten kann man über dem Wasser die Ostseite der Nachbarinsel Langeoog sehen!
       
       
    Die ist eine Forschungsplattform der Uni Oldenburg, die Meerwassersedimente, Salzgehalt und vieles mehr untersucht und erforscht. Unwillkürlich denkt man zuerst an eine Ölbohrinsel …
    Ich gehen jetzt auf der Landseite hinter den Dünen wieder zurück. Hier oben befindet sich z. B. der Zeltplatz.
       
    Und so laufen wir hinter den Dünen im Land zurück und kommen zur

    Inselvilla


    Die Ostseite der Insel

    Die Ostseite ist nicht zu jeder Zeit begehbar. Dieser Bereich ist bei Flut meist unpassierbar und während der Brutzeit der Vögel ganz gesperrt. Die »Ostplate« ist inzwischen 10km² groß! Man kann aber – vorbei an der Aussichtsdüne – etwa 3 km nach Osten bis zum Internatsgymnasium, dem Umweltzentrum »Wittbülten« und dem Café laufen. Zurück bietet sich der Weg über den Sandstrand an.

    Internetseite der Schule: „Die Hermann Lietz-Schule liegt im Osten der Nordseeinsel Spiekeroog, mitten in der einzigartigen Landschaft des Weltnaturerbes Wattenmeer. Wasser, Strand, Dünen und Salzwiesen tragen wesentlich zum pädagogischen Konzept bei: Ökologie und Segelsport sind Bildungsschwerpunkte.“

    „Mit einer faszinierenden Ausstellung und spannenden Veranstaltungen lädt das Nationalpark-Haus Wittbülten große und kleine Besucher zu einer Entdeckungsreise durch die einmalige Naturlandschaft des Wattenmeeres ein.“ (Homepage Wittbülten)

    Die neue Inselkirche

    Weil die alte Inselkirche zu klein für die vielen Touristen im Sommer wurde, hat man eine neue Kirche erbaut. Der Glockenturm steht allein und eine hohe Mauer schließt einen (Vor-)Hof ein, der bei Überfüllung durch Öffnen der Tore als erweitereter Kirchenraum dienen kann. Manche sehen in dem Bau ein umgedrehtes Schiff. Sie wurde 1961 eingeweiht. Es gibt gegenüber dem Altar eine große Leinwand, die man nutzen kann, die Sitzbänke lassen sich zu diesem Zweck umklappen!
    Das schmiedeeiserne Tor zum Vorhof der Kirche läßt uns einen Bibeltext lesen:

    Es sind mancherlei Gaben,
    aber es ist ein Geist
    und es sind mancherlei Kräfte
    aber es ist ein Gott
    der da wirket in uns allen.
    (1. Korinther – Kapitel 12 Vers 4ff.)
    Die Post hat man vom Westerlog ganz in den Osten vor’n Deich verbannt. Es handelt sich um eine Agentur. Als wir unser Paket mit Schuhen usw. abholen mussten, haben wir bei der Kurverwaltung für 5 Euro einen Bollerwagen gemietet. Denn ein Paket über die ganze Insel schleppen, geht nicht.
    Damit die Touries die Post auch finden, ist die Insel mit gelben Hinweisschildern gepflastert!

    Und auch Noah alles Gute!

    Wenn alle sieben man betrachtet
    Auf Gutes und auf Schechtes achtet
    Man alles in Erwägung zog
    Dann ist die Schönste Spiekeroog!

    (Johannes Delius aus »Unterwegs auf Spiekeroog« Husum)
  • Riesengebirge


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    [Stabkirche Wang] [via sacra] [Schneekoppe] [Gerhard Hauptmann] [Kloster Grüssau] [Adersbacher Felsen] [Trautenau] [Schreiberhau] [Wroclaw/Breslau]  [Bobertalsperre]  [Hirschberg] 

    Reise durch das Riesengebirge


    Den Rübezahl kennt fast jedes Kind, noch mehr die Schneekoppe: »Schneeeeeeeeeekoppe …«. Wir sind alle Kinder der Werbung, hier wird es wieder einmal deutlich. Die Schneekoppe ist der höchste Berg im Riesengebirge! Und Rübezahl hat etwas mit Gerhard Hauptmann zu tun! Wussten Sie das? Wo liegt denn das Gebirge überhaupt? Beginnen wir unsere Reise.
    Zunächst fahren wir nach Görlitz, dort über die Grenze nach Polen (Wie schön! Man merkt es kaum!) und weiter in die Stadt Karpacz. Früher – zu deutschen Zeiten – hieß sie »Krummhübel«, wobei „Hübel“ altdeutsch tatsächlich für „Hügel“ steht. Wir quartieren uns in dem beliebten Ferienort ein.
    Karpacz zieht sich 6 km lang an der Straße bis in 820 m Höhe. Es ist – das wird sofort klar – ein Sommer-Urlaubsort und ein Ort des Wintersports. Speiselokale und kleine Läden, Hotels und kleinere Unterkünfte säumen die Straße; viele Kinder sind zu sehen. Und es gibt eine Sprungschanze!

    Stabkirche Wang

    Die größte Sehenswürdigkeit hier in Niederschlesien ist die Stabkirche Wang. »Wang« hört sich erst einmal asiatisch an, jedenfalls ging es mir so. Doch der feine Unterschied machts: »Vang« heißt der Ort in Norwegen am See Vangsmjøsa (Google-Maps), wo die Stabkirche einst stand. Aber was ist denn eigentlich eine »Stabkirche«?

    Anstelle der Vierung in unseren Kirchen sind Stabkirchen, einfach ausgedrückt, mit vier senkrecht stehenden Baumstämmen, dem Tragwerk, konstruiert. Das Werk mit den Stämmen trägt das Dach. Alles wird aus Holz und ohne Schrauben und Nägel gebaut. Stabkirchen wurden in Skandinavien in der Übergangszeit zum Christentum gebaut und dort, in Borgund in Norwegen, steht auch ihr berühmtestes Original (Wikipedia).
    Im 12. Jh. wurde die Stabkirche abgebaut, weil sie den Norwegern zu klein geworden war. Ein Schriftsteller wollte wenigsten eine dieser Stabkirchen retten und kaufte sie. Sein Plan, diese in Oslo sozusagen als Museumsobjekt aufzubauen, misslang. Er wandte sich an den Preußenkönig Friedrich-Wilhelm IV., der ihm auch tatsächlich half. Doch eine Stabkirche passte auch nicht ins preußische Berlin und so fand man schließlich einen geeigneten Ort: Krummhübel im Riesengebirge! Der König baute einen steinernen Glockenturm neben die Kirche, damit man sie im Gebirge auch hörte.
    via sacra Mein persönlicher Bezug zum Riesengebirge und verschiedenen Sakralbauten dort ergibt sich aus der Nähe zur Oberlausitz (Geburtsort!) und der von dort initiierten »via sacra«:
    Sie ist eine touristische Route mit 20 Stationen, die herausragende sakrale Bauwerke und Kunstschätze in der trinationalen Euroregion Neisse-Nisa-Nysa vernetzt. Sie verläuft entlang der Via Regia und weiterer Handels- und Pilgerwege durch die Oberlausitz, Niederschlesien und Nordböhmen. Neben der Stabkirche werden wir noch eine weitere Station besuchen!
    Mehr erfährt man unter: www.via-sacra.info
    Noch erstaunlicher war das Ergebnis meiner Nacharbeit der Riesengebirgsfahrt in bezug auf diese Stabkirche:
    Ich wollte wissen, wo genau der alte Standort Vang am See Vangsmjøsa in Norwegen liegt. Außerdem, wie weit waren wir davon entfernt, als wir 1978(!) in Mittelnorwegen unseren Urlaub verbrachten.
    Ergebnis: Unser spitzes Ferienhaus lag in Vang am Vangsmjøsa!!! Nur 1,3 km entfernt vom ursprünglichen Platz der Stabkirche! Rund 60 km weiter westwärts auf der E16 steht auch die alte Stabkirche Borgund!
    Google Street View

    Die Schneekoppe

    Schneekoppe
    Zugegeben, das war halt vom Reiseunternehmen so geplant: am 15. August zur Schneekoppe! An diesem Tag war »Mariä Himmelfahrt«. Bei der Marienverehrung der Polen ein höchster Feiertag! Alles war an diesem schönen Sonnentag unterwegs. So mussten wir uns auch lange anstellen, um in den Sessellift zu kommen.
    Schneekoppe
    Schneekoppe
    Die Schneekoppe ist mit 1603,2 m n.m. die höchste Erhebung des Riesengebirges.
    Sie liegt im Mittelteil des Riesengebirges auf dessen Hauptkamm. Über ihren Gipfel verläuft die Staatsgrenze von Tschechien und Polen. Südlich des Berges liegt in der tschechischen Region Královéhradecký die Stadt Pec pod Snezkou (Petzer) und nördlich in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien die Stadt Karpacz (Krummhübel). [aus Wikipedia]
    Schneekoppe
    Anstelle der alten Heldmann Baude wurde erst im Jahr 1904 eine neue Herberge errichtet. Diese muste aber schon 18 Jahre später dem heutigen Gebäude weichen. Dies ist der dritte Bau an diesem Ort und entstand zwischen 1921 und 1922 nach den Entwürfen des renommierten Breslauer Architekten Herbert Eras, der auch das ehemalige Jugendkammhaus »Rübezahl« (heute Schronisko Odrodzenie) plante. Der neue Inhaber war Frederick Lang aus Zillerthal (Myslakowice), der als erster den Namen »Schlesierhaus« benutzte. Lang hielt sich aber nur kurze Zeit und schon im Jahre 1924 kam es erneut zu einem Besitzerwechsel. Karl Kuhne, der neue Gastwirt, erweiterte 1925 das Gebäude zum Koppenkegel hin mit einer verglasten Veranda. Die Herberge verfügte über 66 Betten in 1-, 2- und 3-Bett-Zimmern und 60 Plätzen in einem Gemeinschaftsschlafsaal.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Besitzer enteignet und erlitt zusammen mit der übrigen deutschen Bevölkerung das Schicksal der Vertreibung. [Wikipedia]

    Gerhard Hauptmann, Agnetendorf

    Dichten im Wiesenstein
    Hauptmann entwirft den Wiesenstein bewusst als Dichterstädte, als „Observatorium und Laboratorium“. Das innere Zentrum bildet der Turm mit zwei Arbeitszimmern. In ihnen ist er möglichst abgeschieden und hat doch zugleich einen freien Blick nach draußen.
    Hauptmanns Schaffen orientiert sich an einem täglichen Ritual: frühes Aufstehen, ausgiebiger „Produktivspaziergang“ mit Notizbuch und anschließendes Diktat.
    Nach einer Mittagsruhe trinkt er starken Kaffee und diktiert bis zum Abend essen. Nächtliche Einfälle schreibt er direkt an die Wände seines Schlafzimmers.

    Literatur:
    Hans Pleschinski »WIESENSTEIN« Verlag C.H.BECK  ISBN: 978 3 406 70061 3

    Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 im schlesischen Kurort Obersalzbrunn geboren und starb am 6. Juni 1946 in Agnetendorf/Agnieszków (Bild oben) in Schlesien. Er war ein deutscher Dramatiker, Schriftsteller und Dichter, auch Shakespeare-Übersetzer. 1912 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
    Die Weber:
    Kassierer Neumann, Geld aufzählend. Bleibt sechzehn Silbergroschen, zwei Pfennig.
    Erste Weberfrau, dreißigjährig, sehr abgezehrt, streicht das Geld ein mit zitternden Fingern. Sind Se bedankt.
    Neumann, als die Frau stehenbleibt. Nu? stimmt’s etwa wieder nich?
    Erste Weberfrau, bewegt, flehentlich. A paar Fenniche uf Vorschuß hätt‘ ich doch halt aso neetig.
    Neumann. Ich hab‘ a paar hundert Taler neetig. Wenn’s ufs Neetighaben ankäm‘ -! Schon mit Auszahlen an einen andern Weber beschäftigt, kurz. Ieber den Vorschuß hat Herr Dreißiger selbst zu bestimmen.

    Gerhard Hauptmann hat in diesem Schauspiel die bittere Armut dieser Gegeng thematisiert. Wir kommen weiter unten noch einmal auf Hauptmann zurück!
    Es geht weiter auf der »via sacra« …

    »via sacra«: Wallfahrtskirche Grüssau

    Ehem. Zisterzienserabtei Gnadenvolle Mariä
    Das Kloster Grüssau (polnisch: Opactwo Cysterskie w Krzeszowie; tschechisch: Klaster Kresobor) ist eine ehemalige Zisterzienserabtei im gleichnamigen Ortsteil Krzeszów der Landgemeinde Kamienna Góra (Landeshut) im Powiat Kamiennogórski in der Wojewodschaft Niederschlesien.
    Der Komplex wurde 2004 zum polnischen Historischen Denkmal erklärt. Die Klosteranlage gehört zu den bedeutendsten Barockanlagen Europas und ist für das UNESCO-Weltkulturerbe nominiert.
    Text Wikipedia

    Bauwerke:
    Die Loretokapelle wurde 1728 durch Martin Schuppert errichtet. Die Skulpturen des Altars stammen aus der Werkstatt von A. Dorazil. Die Statue der Madonna von Loreto schuf 1676 Georg Schrötter für die Vorgängerkapelle.
    Die Fürstenkapelle, deren Kuppel einen Durchmesser von 9,4 m hat, wurde von 1735 bis 1747 errichtet. Sie gehört zu den schönsten Barockmausoleen. Die Fresken von G. W. Neunhertz illustrieren die Geschichte der Abtei. Das bildhauerische Dekor schuf A. Dorazil, die Stuckaturen Ignaz Albrecht Provisore. Die Gemälde der Altäre Allerheiligen, Heiliger Wenzel und Heilige Hedwig stammen von F. A. Scheffler.
    An der Westwand befinden sich zwei gotische Sarkophage für die Herzöge Bolko I. († 1301) und Bolko II. († 1368). An der Südwand eine Renaissance-Tumba für W. von Zedlitz.
    Die Klosterkirche wurde bereits 1292 durch den Breslauer Bischof Johannes Romka eingeweiht. An ihrer Stelle wurde unter Abt Innozenz Fritsch in den Jahren 1728 — 1735 eine Barockkirche errichtet, an der im 17. und 18. Jahrhundert die bekanntesten Künstler Böhmens, Mährens, Österreichs und Bayerns wirkten. Der Entwurf wurde aus dem Kreis um Kilian Ignaz Dientzenhofer beeinflusst. Die Bauleitung lag in den Händen des Stiftsbaumeisters Joseph Anton Jentsch aus Hirschberg. Die Entwürfe für die bildhauerisch gestaltete Fassade, die in drei Geschosse gegliedert ist, schuf Ferdinand Maximilian Brokoff. Nach seinem frühen Tod übernahm sein Schüler Anton Dorazil mit einer Bildhauerwerkstatt aus Prag die Leitung der Arbeiten. Ihm folgte Dorazils Schwiegersohn Joseph Anton Lachel.

    Adersbacher Felsen (Tschechien)

    Wir fahren in den tschechischen Teil des Riesengebirges nach Adršpach (Adersbach).
    Das Gebiet der Felsenstadt umfasst eine Fläche von 17,7 Quadratkilometer. Es bildete sich im Verlauf der Kreidezeit eine einheitliche Sandsteinplatte, die auf älteren Sandsteinen, Konglomeraten und Tonsteinen aus permokarbonischer Zeit und Arkosen der Trias der Innersudetischen Senke (Vnitrosudetská pánev) aufliegt. Durch den erosiven Einfluss von Wasser, Sonne, Frost und Wind ist diese allmählich zergliedert worden und es formten sich auf diese Weise Klüfte und Schluchten aus, die bis zu 100 m tief sind. So entstanden auch viele Felsnadeln, Terrassen und Mulden mit steilen Wänden oder Höhlen.
    Leider fiel unser Besuch buchstäblich ins Wasser, als sich gleich zu Beginn ein Wolkenbruch über dem Park entlud.
    Wikipedia Informationen

    Trautenau/Trutnow

    Wo wir schon einmal in Nordböhmen sind, auch einem Teil des Riesengebirges, fahren wir zum »Tor des Riesengebirges« nach Trautenau.
    Der Ringplatz oder Ring (heute: Krakonošovo námestí, dt. Rübezahlplatz) mit seinen Arkaden ist mitten im historischen Stadtzentrum. Darauf stehen die barocke Pestsäule der hlg. Dreifaltigkeit von 1704, der Rübezahlbrunnen (1892, erneuert 2011) und ein Denkmal des Kaisers Joseph II. von 1886 (Entfernung 1923, Wiedererrichtung 2009). Das Rathaus befand sich ursprünglich mitten auf dem Platz. Nach einem Brand 1583 wurde es 1591 nach Plänen von Carlo Valmadi im Renaissancestil an der Marktseite neu aufgebaut. Nach einem weiteren Brand 1861 wurde es im Stil der Neugotik neu errichtet. Das Palais der Industriellen-Familie Haase (Haasepalais) wurde nach dem Stadtbrand 1861 nach den Plänen des Trautenauer Baumeisters Novotný im Neorenaissancestil errichtet.

    Die Johannes-Nepomuk-Statue in der Horská-Straße auf der ehemaligen Brücke über den Mühlgraben schufen Schüler des Matthias Bernhard Braun im Jahre 1728.

    Die Erz-Dekanalkirche der Jungfrau Maria steht auf einer Anhöhe über der Aupa neben dem alten Friedhof und den Fundamenten der ehemaligen Burg. Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet, 1755 bis 1782 im Barockstil umgebaut. Sie hat ein harmonisch gestimmtes Geläut.
    Wikipedia

    Szklarska Poreba

    Seit Jahrhunderten wird im Riesengebirge Glas hergestellt, denn Quarzsand ist reichlich vorhanden. Und den Brennstoff lieferten die umliegenden Wälder. Die Fertigkeit sollen Leute aus Murano, einer Inselgruppe nordöstlich der Altstadt von Venedig, mitgebracht haben. Dem Glas verdankt Szklarska Poreba, das frühere Schreiberhau, seine Existenz. Sein polnischer Name ist dem polnischen Wort szkio (Glas) entlehnt.
    Und dem Glas verdankt es auch seine Länge: Szklarska Poreba ist 20! Kilometer lang und neun Kilometer breit! Ursache: An den Erzvorkommen bildeten sich Siedlungen. Sobald das Erzvorkommen erschöpft und der Wald ringsum abgeholzt war, zogen die Glasbläser ein Stück weiter, und gründeten eine neue Siedlung.

    Schreiberhau ist heute – neben Krummhübel – das zweite touristische Zentrum im Riesengebirge.
       
    Im Jahre 1890 erwarben die Brüder Carl und Gerhart Hauptmann das alte Dorfhaus im Hirschberger Tal, heute ein Museum. »Ich dachte nicht anders, als daß keine Macht der Welt mich vor meinem Ende von diesem Asyl und Grund trennen sollte«, meinte Gerhart Hauptmann. Der ältere Bruder Carl Hauptmann (1858-1921) – Philosoph, Biologe, Dichter, Dramatiker, wurde vor allem durch sein „Rübezahlbuch“ bekannt.

    Wroclaw/Breslau

    Als Hauptstadt der historischen Region Schlesien ist die kreisfreie Großstadt an der Oder (Odra) Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs und eines evangelischen Diözesanbischofs. Mit zahlreichen Unternehmen, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen bildet Breslau das wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Zentrum Niederschlesiens. Wikipedia
    Wir waren schon das dritte Mal hier und immer wieder lassen wir uns rund um den so schön restaurierten Rynek, den Marktplatz mit dem Rathaus in die Außengastronomie treiben (jedesmal bei schönstem Sonnenschein!) .

    Doch jedes Mal sieht man wieder neue Ecken. Diesmal die Jahrhunderthalle und die musikalischen Wasserspiele.
    Das ist der Rynek (Ring), der so schön restaurierte Marktplatz von Breslau, der vom 91 m hohen Turm der Elisabethkirche (Bild links oben) gut zu sehen ist. In der Mitte rechts steht das Rathaus. Auf dem Vorplatz der Kirche steht das Denkmal für Dietrich Bonhoeffer, der in Breslau geboren wurde. Ganz rechts (nicht auf dem Bild) schließt sich der Salzmarkt an.

    Bobertalsperre

    Die Bobertalsperre (poln. Jezioro Pilchowickie) wurde von 1902–1904 bis 1911–1912 nordwestlich von Hirschberg (Jelenia Góra) im heute polnischen Teil des Riesengebirges (Schlesien) zum Zwecke des Hochwasserschutzes und der Wasserkraftgewinnung gebaut. Der Fluss Bober wird hier gestaut. Der Stausee ist etwa 4 km lang; die nächstgelegenen Orte sind Pilchowice (Mauer) und Wrzeszczyn (Boberullersdorf). Die Talsperre befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinden Wlen (Lähn) und Jezów Sudecki (Grunau). Wikipedia

    Jelenia Góra/Hirschberg

    Von meinem Geburtsort in der Oberlausitz war es vor dem Krieg nicht einmal eineinhalb Stunden Fahrt mit dem Auto bis Hirschberg, so hörte ich den Namen oft in der Kindheit, ohne mir ein Bild von dem Ort machen zu können. Jetzt fahre ich nach Jelenia Góra und komme in ein schmuckes Städtchen!
    Wikipedia: Die Stadt liegt in Niederschlesien im Hirschberger Tal am Fuß des Riesengebirges, das die Grenze zu Tschechien bildet. rund 90 km südwestlich von Breslau und 70 km östlich von Görlitz. Sie gehört zur Euroregion Neiße und ist Sitz des Karkonoski Park Narodowy (Nationalpark Riesengebirge).
    Aus dem Herzogtum Schweidnitz kam es unter die böhmische Krone, dann unter Preußische Herrschaft. Nach dem Potsdamer Abkommen gehört die Stadt zu Polen. Die Stadt hat etwa 80.000 Einwohner.

    In Hirschberg spielt die Rübezahl-Sage Rübezahl als Holzhauer. Nach der Sage lebte im Ort ein geiziger Bäcker, der die Not der ihm Holz liefernden Bauern ausnutzte. Rübezahl bot dem Bäcker an, ihm für eine Hucke Holz die von einem Bauern gerade erworbene große Menge Holz zu hauen. Der Bäcker willigte ein. Rübezahl zog daraufhin sein eigenes linkes Bein aus der Hüfte und hackte damit das Holz rasend kurz und klein und lud sich schließlich die gesamte Holzmenge auf. Das Holz warf er beim Hof des Bauern ab. Der schockierte Bäcker nutzte fortan die Bauern nicht mehr aus. (Wikipedia)

    Übrigens: Bautzen und Erftstadt sind Partnerstädte von Jelenia Góra!

    Schloss Lomnitz

    Eines der zahlreichen Schlösser im Hirschbergtal, das zu einem Hotel umgebaut wurde: Lomnitz bzw. Lomnica. Hier wurde zudem ein Museum eingerichtet, welches das Leben im Schloss über drei Jahrhunderte zeigt.
    Wir verabschieden uns aus dem Riesengebirge, von Rübezahl und einer schönen Reise!
    Und von den Preußen ist ja auch noch etwas da!
    Zuletzt aktualisiert: 13.09.2019